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»Auf der Flucht erschossen«

Der Hohenkirchener Apotheker Ulrich Mamlok

Ulrich Mamlok wurde am 14. Mai 1900 in Königsberg (Ostpreußen) als Sohn des Apothekers Dr. Paul Mamlok und seiner Frau Meta, geb. Schottländer, geboren. Nach dem Studium der Pharmazie in Breslau erhielt er 1926 seine Approbation als Apotheker und arbeitete anschließend an verschiedenen Apotheken Deutschlands.

1930 heiratete er in Bochum die Apothekerin Meta Brakenbusch (1899 Bochum – 1964 Schortens). Im Februar 1933 erwarb das Ehepaar zu gleichen Teilen die Hohenkirchener
„Sonnen-Apotheke“.

Für die 1933 an die Macht gekommenen, rassistischen Nationalsozialisten galt der Christ Ulrich Mamlok wegen der Abstammung seiner Vorfahren als Jude. Die Jahre ab 1933 waren
durch den zunehmenden Druck des NSRegimes gekennzeichnet, ihm die Apotheke zu entziehen und diese zu „arisieren“. Zum 1. April 1937 wurde das Ehepaar gezwungen, seinen Betrieb an einen NS-Aktivisten zu verpachten. Es zog von Hohenkirchen nach Jever.

Am 3. Mai 1938 verhaftete die Geheime Staatspolizei Wilhelmshaven Ulrich Mamlok. Nach dem sogenannten „Heimtückegesetz“ von 1934, das die Verbreitung „unwahrer Behauptungen“ verfolgte, wurde er zu zwölf Monaten Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald verurteilt. Er galt hier als „politischer jüdischer Schutzhäftling“.

Vermutlich um wenigstens das Eigentum an der Apotheke nicht zu verlieren, ließen sich die Mamloks im April 1939 scheiden. Damit verlor Ulrich Mamlok den kleinen Schutz, den
ihm die Ehe mit einer „arischen“ Frau bisher noch gegeben hatte. Angesichts der Situation im antisemitischen Jever suchte Mamlok Zuflucht in der Großstadt Berlin. Hier wurde er am 18. Juli 1939 erneut von der Gestapo verhaftet und wiederum nach Dachau und Buchenwald verschleppt, wo er Zwangsarbeit im „Baukommando“ zu leisten hatte.

Eine interne Notiz der Wachtmannschaft dokumentiert seinen Tod am 5. August 1942: „Der polit.[ische] Jude Ulrich Mamlok, […], wurde heute um 14.55 auf der Flucht erschossen.“ Die Sterbeurkunde des Standesamts Weimar nennt – von der SS so vorgegeben – „plötzlichen Herztod“ als Todesursache.

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